mein erstes Gemüsebeet von meine-ernte

Mittwoch, 31. August 2011

meine ernte - August 2011, Berlin-Rudow


Das wechselhafte Wetter setzte sich im August fort.

Vielleicht ist dies die Ursache für den Befall der Zucchini- und Kürbispflanzen mit echtem Mehltau. Nach dem Absammeln der befallenen Pflanzenteile und der anschließenden Behandlung mit einer Milch/Wasserlösung und einem Rapsöl-, Backpulver-, Wassergemisch sehen die Pflanzen momentan zwar etwas abgerupft aus, treiben aber schon wieder neu aus.
Prophylaktisch spritze ich nun weiterhin einmal die Woche die Milch/Wasserlösung  auf die betroffenen Pflanzen, um einen erneuten Befall der Pflanzen mit dem echten Mehltau zu vermeiden.



Das Wetter ersparte uns das Gießen unserer Gemüsebeete, so beschränkte sich die Arbeit darauf, die Erde rund um die Pflanzen zu locker und hier und da etwas Unkraut zu beseitigen.

Meine nachgepflanzten Kohlrabi sind seltsam mutiert.





Die Kartoffeln tragen an den oberirdischen Pflanzenteilen tomatenähnliche Früchte.













Die Ernte auf den Gemüsebeeten ist nach wie vor unglaublich ergiebig. In einer kleinen Parzelle, für 1-2 Personen, erntet man so viel, dass auch eine 4-köpfige Familie satt werden würde.







Auf einigen Beeten wurde daher das Gemüse teilweise nicht geerntet. Eine Gärtnerin hatte die gute Idee vor unserem Gartenschuppen eine Kiste aufzustellen, in die man Gemüse legen kann, welches zu viel ist oder welches man nicht so mag. Herr Gericke, unser Landwirt, stellte freundlicherweise eine zur Verfügung. Mal sehen, wie die Gemüsekiste angenommen wird.




Das meine ernte-Team versorgt uns weiterhin im wöchentlichen Newsletter mit guten Tipps, z.B. wie das Gemüse eingelagert oder verarbeitet werden kann, so dass wir auch noch im Winter unser Gemüse genießen können.







Die am Boden liegenden welken Kartoffeln zeigen an, dass die Gartensaison dem Ende zugeht. Ursprünglich sollte Anfang Oktober, also schon in einem Monat, alles vorbei sein. Nun wurde bei uns in Berlin-Rudow die Gartensaison bis Anfang November verlängert.
So bleibt uns noch ein bisschen Zeit mit unserem ans Herz gewachsenen Gemüsegarten.

Dienstag, 30. August 2011

Urbanes Gärtnern - keine neuen Hochbeete auf dem Tempelhofer Feld?

                               Schluss mit der Tempelhofer Freiheit? 
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Die Akzeptanz der Gartenprojekte auf dem Tempelhofer Feld entlang der Oderstr. und die große Beteiligung sprengt die dem Projekt zugewiesene Fläche.
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Ca. 400 mobile Hochbeete stehen hier inzwischen und wurden mit Blumen, Gemüse und Kräutern bepflanzt.   Allmende-Kontor und Rübezahl Gemeinschaftsgarten machen nun darauf aufmerksam, dass keine Fläche für neue Gärtner zur Verfügung stehe.








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Sehr schade, denn die ungebrochene Nachfrage bei Jung und Alt querbeet durch kulturelle und soziale Hintergründe zeigt zum einen das große Interesse an dieser Form des urban Farming und zum anderen auch, dass dies bisher bei der Stadtplanung in Berlin nicht berücksichtigt wurde.

Andere Städte machen es vor, weisen zur Verfügung stehende Flächen aus und überlassen sie den urbanen Gärtnern zur Zwischennutzung bzw. ständigen Nutzung.




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Für die Gartenprojekte auf dem Pionierfeld 2 bleibt weiteren Interessenten nur die Möglichkeit, sich auf eine Warteliste einzutragen und, naja, wahrscheinlich sehr, sehr lange zu warten.
Zwar gibt es im oberen Randbereich des Pionierfeldes noch Platz. Hier sollen aber Gemeinschaftsprojekte wie Kompostanlage, Bauwagen aufstellen, Tische, Sitzplätze, etc. verwirklicht werden.





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Auch die ausländische Presse ist auf die Tempelhofer Feld Gärtner aufmerksam geworden. So erschien unlängst in der kanadischen The Vancouver Sun und in der Daily Nation aus Kenya ein Artikel über die "ungewöhnlichen" Gartenaktivitäten auf dem Tempelhofer Feld.








Schön, wenn das Pionierfeld entlang der Oderstr. erweitert werden könnte, damit die Tempelhofer Freiheit auch für weitere urbane Gärtner kein Fremdwort bleibt.

Montag, 29. August 2011

Natural Border - Berlin, Hasenheide

Freiheit kann Angst auslösen, sagt Søren Kierkegaard. Die ultimative Lösung bietet ein Stück Kunstrasen. Schnell und unkompliziert ist eine Grenze geschaffen.
Gesehen in der Berliner Hasenheide.
Natural border – natürliche Grenze, z.Bsp. Flüsse, Gebirgszüge, Wüste

Mittwoch, 17. August 2011

Freitag, 12. August 2011

IM GARTEN Lebensräume zwischen Sehnsucht und Experiment


Wer gerade in Östereich Urlaub macht, könnte einen der verregneten Tage im NORDICO Stadtmuseum in Linz verbringen. Dort findet noch bis zum 16. Oktober 2011 die Aussstellung "IM GARTEN Lebensräume zwischen Sehnsucht und Experiment" statt.

Vorgarten, Dachgarten, Park, Verkehrsinsel oder Balkon - was alles ist ein Garten? Die Ausstellung zeigt die Vielfalt des Gartens, vom konzentrierten Blick auf urbane Gartenlandschaften von Linz über die zeitgenössische internationale Gartenarchitektur bis hin zum Community Garden und Guerilla Gardening. IM GARTEN erzählt vom Paradiesgarten, in dem sich Sehnsucht und Natur eint, und auch von Experimenten in Lebensräumen.

Gärten sind Kulturphänomene, sozial- und kulturhistorisch aufgeladene Räume. Sie sind Natur wie Kultur, sie können Landschafts- oder Nutzfläche sein, repräsentative Räume, ökologische Nischen oder persönliche Enklaven. Gärten sind Orte der Kindheit und stumme Biografen voller Geschichten, Orte des Privaten und Gelassenen inmitten einer geschäftigen Stadt. Gartenkultur endet nicht am Gartenzaun, sie findet auch im öffentlichen Raum statt.

IM GARTEN zeigt Abbildungen und Interpretationen von Gärten aus der Sammlung des Stadtmuseums, nimmt gärtnerische Tendenzen und Ausprägungen von urbanen Räumen auf: ob gelebte urban-agrarische Nutzung, florales Kleinod oder ökologische Dachbegrünung - die Ausstellung dokumentiert diese und regt neue Naturerfahrungen an.

NORDICO - Stadtmuseum Linz, Dametzstraße 23, 4020 Linz
Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10 - 18 Uhr
Donnerstag: 10 - 21 Uhr
Montag geschlossen

Mittwoch, 10. August 2011

meine ernte - Mehltaualarm in Berlin - Rudow

Seit zwei, drei Wochen sind auf der Blattoberseite einiger Zucchinipflanzen und Kürbisse auf unserem Acker in Berlin-Rudow weiße mehlige Flächen. Zunächst nur kleinere Flecken, inzwischen bei vielen Blättern aber schon vollflächig. Bisher habe ich dieses nicht so ernst genommen, da alles wunderbar weiterwächst.
Heute wurden wir allerdings im wöchentlichen Newsletter von meine ernte darauf aufmerksam gemacht, dass es durchaus sinnvoll ist, möchten wir noch länger Freude an unseren Pflanzen haben, etwas gegen den Mehltau zu unternehmen.


Wie unterscheidet sich echter von falschem Mehltau?
echter Mehltau - Auf den Blättern, Früchten, Knospen und Stängeln bilden sich aus kleinen Punkten auf der Oberseite, oft auch beidseitig, weißgraue Beläge. Befallenes wird braun, trocknet ein und stirbt ab, Blätter rollen sich ein.
falscher Mehltau  - Auf der Blattunterseite entsteht ein weißer bis dunkelgrauer Belag, auf der Oberseite bilden sich weiße, gelbliche, braune oder rötliche Flecken, von den Blattadern begrenzt. Dann sterben die Blattspitzen ab.

Was sind die Folgen?
Nach dem Befall wird die Pflanze langsam absterben. Solange es Früchte gibt, können diese unbedenklich weiterhin geerntet und genossen werden. 

Welche umweltschonenden Mittel gibt es?
Milch 
Australische Forscher haben in der Milch ein umweltschonendes Mittel gegen den Echten Mehltau entdeckt.
 

Warum wirkt Milch gegen den echten Mehltau?
In der Milch enthaltene Mikroorganismen bekämpfen den gefürchteten Mehltau-Pilz. Das enthaltene Natriumphosphat stärkt zudem die Abwehrkräfte der Pflanze und beugt somit einer erneuten Erkrankung durch den echten Mehltau vor.
  

Wie sollte das Mischverhältnis sein? 
Zweimal wöchentlich ein Gemisch von Milch und Wasser im Verhältnis 1:9 herstellen, bei einem Liter wären dies dann 100 ml Milch auf 900 ml Wasser, und das Ganze auf die befallende Pflanze und deren Blätter sprühen. 

Backpulver und Rapsöl
Ein altes Hausmittel, unbedenklich und daher auch für den Biolandbau geeignet ist.

Wie sollte das Mischverhältnis sein?  
Für eine 5 Liter Spritzbrühe benötigt man 3 Päckchen Backpulver, 3 Esslöffel bzw. 50 Milliliter Rapsöl und einen Emulgator, z.B. einen Spritzer Spülmittel. Er verhindert, dass sich die Brühe nach dem Anmischen wieder trennt. Diese Brühe sprüht man alle 10 bis 14 Tage auf gefährdete Pflanzen. Man sprüht abends. Der mehlige Belag soll ziemlich rasch verschwinden.

Natron
Natron ist das "Wundermittel", das wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften und zur Neutralisierung von Säuren und Basen verwendet wird. Im Handel wird Natron auch unter Bezeichnungen wie „Speisesoda“, „Backsoda“ und "Speisenatron" gehandelt.
Wie sollte das Mischverhältnis sein?
4 l Wasser, 10 g Natron und 40gr Seife oder Pflanzenöl (Rapsöl) mischen
oder:
1 l Wasser, 1 Teelöffel Natron, 1 Teelöffel Schmierseife mischen
Einmal wöchentlich die befallenen Pflanzen mit dieser Mischung besprühen.

Wenn nichts mehr hilft?
Dann sollten wir uns damit trösten, dass der Mehltau zwar für Pflanzen schädlich ist, aber ein intaktes Ökosystem den Mehltau beispielsweise für einige Marienkäferarten benötigt. Der Sechzehnfleckige-, der Zweiundzwanzigpunkt- und der Sechzehnpunkt-Marienkäfer ernährt sich ausschließlich von Mehltau, sodass diese Pflanzenkrankheit für diese Arten lebensnotwendig ist. 
Es gibt also bei allem Verdruss, doch noch einen positiven Aspekt.

Dienstag, 9. August 2011

Urban Farming - Selbstversorger aller Länder, vereint Euch!



„Urban Farming" hat viele Erscheinungsformen – in Amerikas Shrinking Cities zeigt der neue Selbstversorgertrend wie naheliegend visionäre Stadtplanung sein kann.

Ein interessanter Artikel zum Thema Urban Farming von Nora Sobich
http://www.stylepark.com/de/news/selbstversorger-aller-laender-vereint-euch/323809 

Mittwoch, 3. August 2011

Die Biene - musikalische Interpretationen

D i e   B i e n e  -   m u s i k a l i s c h e   I n t e r p r e t a t i o n e n

Kommt das Gespräch auf Bienen, gibt es häufig kontroverse Betrachtungsweisen dieser
Insekten. Für die einen sind es Killerbienen, für die anderen liebenswerte friedvolle Tierchen.

Wie werden diese Gefühle musikalisch adaptiert?

Hier einige Beispiele:











Dienstag, 2. August 2011

Urbane Imkerei – Eine Imkerstunde mit Erika Mayr

Erika Mayr, eine junge engagierte Berliner Hobby-Stadtimkerin und Vorsitzende des Imkervereins Charlottenburg-Wilmersdorf , hat in diesem Jahr an drei Terminen für an der Stadtimkerei Interessierte die Türen zu ihren Bienenstöcken auf dem Dach des Aqua Carre in Berlin-Kreuzberg geöffnet.

Nachdem der letzte Termin wortwörtlich ins Wasser fiel, der Regen meint es dieses Jahr gut mit uns, fand am letzten Sonntag die Führung nun trotz des schlechten Wetters statt.



Vor vier Jahren hat Erika Mayr ihre ersten Bienenstöcke auf das Dach gestellt. In der Stadt sind Dächer für die Bienenstöcke gute Standorte. Hier sind sie vor Diebstahl geschützt und stören die Anwohner in der Regel nicht. Allerdings sollte ein Aufzug vorhanden sein, da gerade zur Zeit der Ernte an die 100 kg transportiert werden müssen. 

Theoretisch sind die Bedingungen auf dem Dach nicht ganz optimal, die Bienen sind dem Wind ausgesetzt. Das scheint den Insekten allerdings egal zu sein, sie fühlen sich hier oben sehr wohl.





Ansonsten bietet Berlin seinen Bienen einen optimalen Standort. Berlin ist eine grüne und wasserreiche Stadt. Durchgängig von März bis Oktober finden die Bienen Blühpflanzen. Es gibt keine genetisch veränderten Pflanzen und Pestizide werden nicht eingesetzt. Da das Stadtklima ca. zwei Grad wärmer als das auf dem Land ist, fühlen sich die wärmeliebenden Bienen sehr wohl.

Trotz des schlechten Wetters schwirren die Bienen munter vor den Stöcken.

Jetzt, im August endet die Imkersaison für Erika Mayr. Die letzte Ernte hat stattgefunden, nun müssen die Bienen noch gegen die Varroamilbe behandelt werden. Diese Milbe wurde im Jahr 1977 über befallene asiatische Honigbienen nach Europa eingeschleppt, die Wissenschaftler zu Forschungszwecken nach Deutschland brachten.

Die Varroamilbe ist eine nur ca. 1,6 Millimeter große Milbe, die sich bei der Honigbiene festbeißt, sie entwickelt und vermehrt sich aber in der verdeckelten Bienenbrut im Stock.

Die Lobby der chemischen Industrie macht die Varroamilbe gerne für das Bienensterben  verantwortlich. Da aber inzwischen jeder Imker weiß, wie er gegen die Varroamilbe vorgeht, dürfte die Varroamilbe nicht die Ursache sein, sondern verantwortlich sind vielmehr u.a. Monokulturen, Einsatz von Pestiziden, Insektiziden und auch chemische Schutzüberzüge für Saatgut.



Erika Mayr erntet zweimal im Jahr Honig, lässt aber immer einen Teil für die Bienen im Stock. Dieses Jahr gab es eine Rekordernte, insgesamt 250 kg. 

Wir erfahren unter anderem, wann nachgefüttert werden muss, wie Bienen kommunizieren und wann sich ein Bienenvolk teilt. Verpasst man diesen Zeitpunkt schwärmen die Bienen aus. Dieses Jahr ist es bei Erika Mayr geschehen und hat für viel Aufregung gesorgt.




Die Bienenvölker hier auf dem Dach sind sehr friedliebend. Bisher war ich nicht ganz angstfrei, als aber zwei Bienchen auf meiner Hand Platz nahmen, war ich erstaunt, wie sanftmütig die Tierchen sind.


Wir erhielten noch viele weitere interessante Informationen über das Bienenleben und Erika Mayr berichtete uns einige ihrer Erlebnisse bei der Imkerei.
Abschließend durften wir noch Honig probieren, der zu unterschiedlichen Zeiten geerntet wurde. Die frühe Ernte schmeckt mild und rund, der Akazienhonig eher kräftig und der Lindenblütenhonig sehr würzig. Probieren durften wir auch Blütenpollen und Gelee Royal, das ist der Futtersaft, mit dem die Honigbienen ihre Königinnen aufziehen.




Eine sehr informative Veranstaltung, in diesem Jahr leider die letzte, auf dem Dach des Aqua Carre. 

Wer mehr über Bienen und Stadtimkerei erfahren möchte, hat dazu noch mal am 13. August im Prinzessinnengarten am Moritzplatz in Kreuzberg die Möglichkeit. Von 13 – 16 Uhr findet hier „Biene Mayr und ihre Freunde – Stadthonigfest“ statt.
Berliner ImkerInnen stellen sich und ihren Honig vor – zum Probieren und Kaufen. Außerdem gibt es Führungen zu den Bienenstöcken und alles über Stadtimkerei. Ein Malwettbewerb für Kinder & Erwachsene sucht die schönste Berliner Biene.
Slow Food Berlin, der Prinzessinnengarten und die ImkerInnen freuen sich auf Euch!